„Baumschutz auf Baustellen“ – Zwischenstand am Borgweg in Hamburg

Die Standortsanierung der Bäume am Borgweg wurde 2019 als Pilotprojekt für viele weitere Projekte in Hamburg durchgeführt.

Ausgangszustand der Fläche vor der Sanierung

Der Zustand der Fläche vor Beginn der Maßnahme stellte sich wie folgt dar: Die gesamte Fläche war vollständig versiegelt. Verbaute Materialien umfassten Asphalt, Betonplatten, Betonsteine, Schlacke, Schotter sowie wassergebundene Deckschichten. Im Untergrund befanden sich zudem Baumaterialien aus einer ehemaligen Straßenbahntrasse.

Im Zuge der Vollsanierung der Straße Borgweg wurden im Mittelstreifen neue Verfahren und Bauweisen erprobt, die in späteren Projekten ebenfalls Anwendung fanden und auf Basis der gesammelten Erfahrungen optimiert und weiterentwickelt wurden.

Zielsetzung: Baumschutz auf Baustellen und multifunktionale Nutzung

Zentrales Ziel des Projekts war die Erhaltung des gesamten Baumbestands. Gleichzeitig sollte die Fläche weiterhin als Parkplatz nutzbar bleiben und als multifunktional genutzte („multicodierte“) Fläche ausgestaltet werden. Ein weiteres Ziel bestand darin, das anfallende Oberflächenwasser nach dem Prinzip der „Schwammstadt“ auf der Fläche zurückzuhalten und den Bäumen zur Verfügung zu stellen.

Vorgehensweise bei der Standortsanierung der Stadtbäume

Die Bodensanierung umfasste mehrere Schritte, um Wurzeln zu schützen und den Standort nachhaltig zu verbessern:

– Entfernung der obersten Materialschichten mit leichtem Gerät

– Absaugen der oberen 10–30 cm Boden einschließlich des Unterbaus mittels Saugbagger

– Schutz der freigelegten Wurzeln durch Vliesabdeckung

– Installation von „Baumtankstellen“ (nicht baumweise) zur flächigen Wasserversorgung und zur Vorbereitung der Druckluftlanzensanierung. Auslegen von Tropfschläuchen auf dem Vlies sowie Einbringen von Alginure über die Baumtankstellen

– Minimalinvasive Druckluftlanzensanierung nach der TFI-Methode®. Vollflächiges Einbringen von ca. 300 Litern Substratgemisch pro Baum (bestehend aus Wurmhumus, Perlite, Pflanzenkohle und Mykorrhiza) an 24 Bäumen, bei fünf großen monumentalen Eichen jeweils ca. 450 Liter. Im Straßenraum wurde kein Material eingebracht.

– Einbau eines neuen, sehr flachen Unterbaus mit leichtem Gerät

– Integration von Belüftern (System Humberg), die zugleich als Poller dienen

– Setzen von Abgrenzungspollern an den Baumstandorten

– Installation von Wassersensoren an mehreren Messpunkten

– Herstellung der neuen Parkflächen mittels TTE-Platten (Firma Hübner-Lee)

– Befüllung der TTE-Platten mit Schottergemisch

Fazit: Erfolgreiche Standortsanierung für gesunde Stadtbäume

Die Maßnahme wurde von Beginn an durch TFI umfassend dokumentiert, unter anderem durch Bildaufnahmen in verschiedenen Jahren.

Links: September 2019 – Rechts: September 2025

Bereits drei bis vier Wochen nach dem Einbringen des Substrats mittels Druckluftlanze konnte ein neues Wurzelwachstum festgestellt werden. Auch die Baumkontrolleure des Bezirks bestätigten eine deutliche Verbesserung des Zuwachses. In den letzten Jahren traten bei den Bäumen vermehrt Mehltaubefälle auf, was jedoch als allgemeines Phänomen in der gesamten Umgebung zu beobachten war und nicht unmittelbar auf die Maßnahme zurückzuführen ist.

Links: September 2019 – Rechts: September 2025

Im September 2025 wurden umfangeiche Fotos von den Bäumen gemacht, die auch bereits 2019 erstmalig fotografiert wurden. Hierbei wurde vor allem auch darauf geachtet, dass möglichst der gleiche Termin und der gleiche Standort getroffen wurde.

Links: September 2019 – Rechts: September 2025

Interesse an weiteren Projekten?

Wir haben seitdem viele vergleichbare Standortsanierungen durchgeführt.
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