Standortsanierung historische Lindenallee in Oldenburg

Historische Lindenallee in Oldenburg: Standortsanierung für mehr Baumvitalität

Die Ofener Straße in Oldenburg ist eine traditionsreiche Promenadenstraße, die bereits 1815 durch Herzog Peter Friedrich Ludwig als Staatschaussee zum benachbarten Bad Zwischenahn geplant und zwischen 1816 und 1819 gebaut wurde. Ursprünglich säumten Ulmen die Straße. Im Jahre 1910/20 wurden sie durch die heute prägenden Linden ersetzt. Die repräsentativen Stadthäuser entlang der Allee verleihen ihr bis heute ein besonderes Stadtbild. Seit 1984 steht die Ofener Straße als Gartendenkmal unter Schutz. 2024 wurde zudem der historische Zaun am Haarenufer nach historischem Vorbild erneuert.

Die Linden stehen unter erheblichem Nutzungsdruck. Die Ofener Straße gehört zu den meistbefahrenen Zufahrtsstraßen in die Innenstadt. Entlang der Allee liegen bedeutende Einrichtungen wie Krankenhäuser, Schulen und Hochschulen. Trotz dieser Belastungen befinden sich die Bäume insgesamt in erstaunlich gutem Zustand. Dennoch lässt sich ein Vitalitätsrückgang feststellen. Einige Exemplare wurden bereits in den vergangenen Jahren ersetzt.

Warum eine Standortsanierung mit der Druckluftlanze?

Durch die intensive Nutzung der Straße und den jüngsten Neubau des Zaunes kam es über Jahrzehnte zu erheblichen Eingriffen in den Wurzelraum. Der Grünstreifen, in dem die Linden stehen, ist zudem sehr schmal. Bodenproben ergaben, dass der Oberboden nur wenig Humus enthält. Eine Folge davon, dass kaum Laub liegen bleibt und so die natürliche Nährstoffzufuhr ausbleibt.

Das Team von TFI hat deshalb eine Substratmischung eingebracht, die zu 70 % aus Wurmhumus und zu 30 % aus aktivierter Pflanzenkohle, Perlite und Mykorrhiza besteht. Diese Mischung soll das Bodenleben reaktivieren und den Bäumen ermöglichen, in den gelockerten Bodenporen neue Wurzeln zu bilden. Ein wichtiger Schritt zur langfristigen Vitalisierung der Allee.

Insgesamt dauerte die Maßnahme sieben Arbeitstage. Dabei wurden 24.000 Liter Substrat in den Boden eingebracht. Die Arbeiten wurden zu 80 % über die Fördermaßnahme „Natürlicher Klimaschutz in Kommunen“ unterstützt.

Engagement vor Ort

In der vergangenen Woche besuchten mehrere Vertreterinnen und Vertreter aus Politik und Verwaltung die Baustelle, darunter Oberbürgermeisterkandidat Ulf Prange (MdL) und Baudezernentin Christine-Petra Schacht mit weiteren Kolleginnen und Kollegen aus den Fachbereichen.
Als Oldenburger freut mich dieses Interesse besonders, denn ich setze mich, wo immer möglich, für den Erhalt und die Vitalität unserer Stadtbäume ein. Der Austausch vor Ort brachte viele Anregungen, wie Oldenburg künftig zur EU-Verordnung zur „Wiederherstellung der Natur“ beitragen kann.

Wer mehr über unsere Arbeit oder die Fördermaßnahme erfahren möchte, kann uns gerne kontaktieren – wir teilen unsere Erfahrungen und Ideen gerne weiter.

Über den Autor

Norbert Müller ist seit mehr als neun Jahren für TFI Vitaleres Grün tätig. Als Ansprechpartner für die nordwestdeutschen Bundesländer berät er Kommunen, Planer und Baumpfleger bei Fragen rund um die Verbesserung von Baumstandorten und die nachhaltige Vitalisierung von Stadtbäumen. Sein Schwerpunkt liegt auf der Entwicklung praxisnaher Lösungen, die die Lebensbedingungen von Bäumen im urbanen Raum langfristig verbessern.